Die Kunst des stilvollen Verarmens: Wie man ohne Geld reich wird
Ein wirklich schönes Zitat von Helmut Berger hat Alexander von Schönberg seinem ebenso klugen wie unterhaltsamen Buch als Motto vorangestellt: “Es ist besser, man gewöhnt sich im Leben an den Verlust. Man erspart sich viel Traurigkeit.” Gewöhnt hatte sich Schönburg in den Zeiten des Börsen- und Medienbooms — und mit ihm viele seiner Kollegen — freilich an ganz andere Dinge. An ein sattes Gehalt nämlich und das beruhigende Gefühl eines sicheren Jobs mit vorprogrammierten Gehaltserhöh
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Die Kunst über Geld nachzudenken
Hätte jemals jemand in Deutschland den Titel “Mr. Aktie” verdient, dann André Kostolany, der im vergangenen September im Alter von 93 Jahren starb: Der Finanzberater, Journalist, Schriftsteller und Spekulant kämpfte Zeit seines Lebens für die Geldanlage in Unternehmenspapieren. Kostolany schafft etwas, was ein Heer von deutschen Bankprofis und Analysten nicht zuwege brachte, nämlich das rätselhafte Geschehen auf dem Börsenparkett als charmantes Entertainment erscheinen zu lassen. Der pol
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Meinung von Bücherwurm-Maria Die Kunst des stilvollen Verarmens: Wie man ohne Geld reich wird
Einstufung:
Viele Denkansätze, die der Autor liefert, gehen runter wie Öl, wenn man ohnehin schon des ganzen Konsumwahns überdrüssig ist. Mich stören dann solche Verurteilungen wie “Urlaub und essen gehen ist doof” nicht allzusehr. Ich denke, der Autor möchte zum reflektierten Umgag mit Geld und Gut anregen, und das gelingt auch. Das für richtig arme Menschen hier auch nicht allzu viele Tipps drinstehen, liegt vielleicht in der Natur der Sache. Wo es nicht viele Möglichkeiten gibt, gibts auch nicht viele Tipps. Der Autor sagt zu Beginn aber selber, dass es ein Buch nicht für die Ärmsten der Armen ist, sondern für diejenigen, die nach und nach ihren Standard haben runterschrauben müssen. Und das trifft doch auf einen Großteil der Bevölkerung zu. Und das wiederum macht Mut und gibt ein wenig Spaß zurück, den Spaß am sparsamen Umgang mit Geld – nicht am “Geiz ist geil”-Prinzip.
Meinung von S. Die Kunst des stilvollen Verarmens: Wie man ohne Geld reich wird
Einstufung:
Natürlich ist das kein Ratgeber für wirklich Verarmte, sondern ein Plädoyer, sein Geld nicht zwanghaft für Statussymbole auszugeben. Es geht auch ohne teuer essen gehen, es hat nämlich mehr Stil, mit Freunden lecker zu kochen und gemeinsam zu essen. Oder das Auto: Muss eigentlich nicht sein, wenn man in der Stadt lebt und alles mit öffentlichen Verkehrsmitteln erledigen kann. Ich fand, das war unterhaltsame, intelligente und durchaus inspirierende Unterhaltung.
Meinung von Tapir1962 Die Kunst des stilvollen Verarmens: Wie man ohne Geld reich wird
Einstufung:
Ein seltsamer Eindruck, der sich da nach dem Lesen dieses Buches breit macht. Keine Frage, dass Alexander von Schönburg in vielem den Nagel auf den Kopf trifft und unserer saturierten Wohlstandsgesellschaft den Spiegel vorhält. Aber von “Verarmung” zu sprechen erscheint mir denn doch etwas übertrieben und sein persönliches Schicksal ist wohl auch kaum mit dem jener Millionen vergleichbar gewesen, die heute das sogenannte “Prekariat” bilden.
Wieso gewesen? Nun ja: Heute ist der Mann eben nicht mehr arbeitslos, sondern Chefredakteur des People- und Lifestyle-Magazins “Park Avenue”. Und da beschleicht einen eben doch ein seltsames Gefühl. War das mit dem stilvollen Verarmen vielleicht nur eine trotzige Reaktion auf den unerwarteten Jobverlust bei der Berliner Ausgabe der FAZ? Nach dem Motto: Wenn ich schon aus finanziellen Gründen nicht mehr stilvoll essen gehen kann, dann kultiviere ich eben das Spaghetti-Essen zu Hause? Und muss von Schönburg – der sein Buch natürlich vor dem Einstieg bei “Park Avenue” geschrieben hat und darin den Umstieg von Champagner auf Mineralwasser und von Wein auf Bier preist – jetzt nicht in seinem neuen Beruf (obwohl er diesen Ausdruck ja nicht mag, weil er ablehnt, dass Menschen sich über die Arbeit definieren) die neuesten Gourmet-Tempel ebenso abfeiern wie Trends auf dem Designer-Markt für Innenarchitektur? Inklusive Champagner-Empfehlungen?
Das ist der fade Nachgeschmack, der mir bleibt, obwohl ich das Buch und seine Aussagen in vielen Teilen sehr treffend finde (insbesondere übrigens das Glossar am Ende). Aber irgendwie glaube ich – am Silvesterabend 2006 – nicht ganz, dass Herr von Schönburg heute Abend bei Spaghetti und Mineralwasser bleiben wird…
Meinung von Livat Lee Die Kunst des stilvollen Verarmens: Wie man ohne Geld reich wird
Einstufung:
Ich habe mir das Buch ausgeliehen und es in einem Zug durchgelesen. Ich finde keineswegs, dass Alexander von Schönburg zynisch schreibt. Eher nochalant, leicht ironisch etc. Er hat mit sehr vielen Ideen absolut recht. Manchmal liegt das Einfache eben zu nah, um selbst darauf zu kommen: z.B. Warum brauche ich ein Auto, wenn ich in einer Großstadt lebe? Wozu ein Handy? Diese Fragen sollte sich wirklich mehr Leute stellen und nicht immer nur meckern, dass die Luft immer schlechter wird, die Straßen verstopft sind etc. Außerdem hat Herr von Schönburg ein tolles Hintergrundwissen. Ich finde es auch unfair ihn mit seinen beiden Schwestern permanent in Verbindung zu bringen. Was hat sein Lebensweg mit dem von Gloria und Maya zu tun? Alles in allem: Ein Klasse Buch!
Meinung von zeilensprung Die Kunst des stilvollen Verarmens: Wie man ohne Geld reich wird
Einstufung:
Alexander von Schönburg-Glauchau hat eines jener Bücher geschrieben, die auf den ersten Blick zwar durchaus Hand und Fuß besitzen, dann jedoch wie Zuckerwatte in sich zusammenfallen. Denn vieles aus seinem Erfahrungsschatz als verarmter Adeliger interessiert den geneigten Leser nicht wirklich. Vorallem drängt sich der Gedanke auf, dass er auf hohem Niveau jammert und das seine Armut vorallem Attitude ist, mit der man sich von der ansonsten Rucolasalat genießenden breiten Masse absetzen möchte.
Ich denke, dass dieses Thema durchaus mehr hergegeben hätte und der Autor hat Kredit bei mir, weil es mir mit seinem “fröhlichen Nichtraucher” tatsächlich gelungen ist, das Rauchen aufzugeben. An diesem Thema, mit dem er vielleicht mit Prinz Asfa Wossen Asserates “Manieren” gleichziehen wollte, hat er sich aber leider eindeutig verhoben. Dabei empfand ich seinen nur kaum verhohlenen Dünkel als besonders penetrant!
So taugt die “Kunst des stilvollen Verarmens” höchstens zu einer Konzession an den Zeitgeist, ist aber weder geeignet als Leitfaden für Menschen, die sich einschränken müssen oder wollen, noch als Bestandaufnahme einer sich wandelnden Gesellschaft.
Meinung von Henning Kolf Die Kunst über Geld nachzudenken
Einstufung:
Als Kostolany dieses Buch schrieb bzw. seinem Freund Stefan Riße in die Feder diktierte war er bereits deutlich über 90 Jahre alt. Seinem Charme, seiner Originalität, seiner geistigen Frische konnte das hohe Alter offensichtlich nichts anhaben. Kostolany bezeichnet sich selbst zu Recht als Spekulant, nicht als Investor. Tatsächlich begreift er Börse zuallererst als Psychologie und Spekulation als intellektuelle Tätigkeit, bei der es vornehmlich darum geht Entwicklungen in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft, aber eben auch massenpsychologische Phänomene richtig zu prognostizieren. Das ist weit weg von zahlenorientierten, analytischen Ansätzen à la Buffett, aber genau so weit weg vom puren Glücksspiel, welches manch sogenannter Guru oder auch manch Fondsmanager betreibt bzw. betrieben hat. Wie kein anderer Börsianer versteht es Kostolany seine Erkenntnisse mit witzigen Anekdoten, lustigen Metaphern und ironischen Lebensweisheiten zu verbinden. Wer Kostolany gelesen hat weiß nach der Lektüre zwar noch immer nicht, welche konkrete Aktie im Moment kaufenswert ist, aber er weiß eine Menge darüber wie die Börse und diejenigen, die an der Börse als Marktteilnehmer auftreten, funktionieren. Auch diese Erkenntnis ist von nicht zu unterschätzender Bedeutung.
Eins wußte Kostolany aber auch: wie man mit möglichst vielen Büchern möglichst viel Geld verdient. Mehr als ein oder zwei Bücher des Altmeisters braucht man nicht im Bücherschrank, da es innerhalb der verschiedenen Bücher zahlreiche Überschneidungen und Wiederholungen gibt. Als Ergänzung zu diesem hier scheint mir noch am ehesten Kostolanys Börsenseminar aus dem Jahre 1986, neu aufgelegt 2000 geeignet (Überschneidungen gibt es aber auch hier).
Meinung von Die Kunst über Geld nachzudenken
Einstufung:
Im Grunde ist das Buch nur ein Aufguss der alten Bücher. Zum Teil kann man auch einige neue Sachen lesen, doch dann wirklich rund um das Thema “über Gald nachzudenken” Diese neuen Teile bieten jedoch nichts elemantar wichtiges für Spekulanten, sondern Kosto will die richtige Einstellung zum Geld vermitteln. Natürlich, wie immer, mit lustigen Geschichten.Wer bisher keinen Kostolany im Bücherregal hat, sollte sich dieses Buch kaufen, denn dann hat man einfach alle Kostolanys im Regal. Wer jedoch schon die meisten Taschenbücher besitzt, der kann getrost darauf verzichten ohne etwas zu verpassen.Wie üblich, ist das Buch mit sehr viel Witz abgefasst, kann aber nichts neues vermitteln. Am Ende werden gar die bisherigen, elemantaren Grundweisheiten, die Kosto immer nannte, nämlich Wertpapiere lange zu halten und auch mögliche Verluste auszusitzen, revidiert.Insgesamt für mich eher ein mäßiges Ergebnis, das nicht so überzeugen kann.
Meinung von Dr. R. Manthey Die Kunst über Geld nachzudenken
Einstufung:
Kostolany war ein Liebling der Medien, ein Unikum, das man gerne zeigt. Und die Leute lieben solche Typen. Wenn er bei n-tv auftrat und seine Weisheiten zum Besten gab, dann war das amüsant. Mehr aber auch nicht. Und so wie er sich selber in der Öffentlichkeit zelebrierte, so ist auch sein letztes Buch: Am Ende weiß man nicht so recht, wozu es eigentlich nützt, aber es liest sich dafür gut. Kostolany erklärt uns wie volkswirtschaftliche Parameter und die psychologische Verfassung der Massen die Finanzmärkte beeinflussen. Der Leser soll lernen, was die Märkte so machen werden, wenn diese oder jene Situation eintritt. Aber lernt er das wirklich? Wenn ich einem hinreichend intelligenten Menschen einen Aktienchart zeige und ihm erkläre, daß man an den Wendpunkten short oder long gehen soll, kann er das dann auch tatsächlich, wenn er nicht in die Vergangenheit sieht, sondern in die Zukunft? Wird er die Situation dann überhaupt erfassen, und falls er es tut, wird er dann auch folgerichtig handeln? Und wenn er gehandelt hat, wird er mit seiner Position danach richtig umgehen? Ich wage das zu bezweifeln. Man lernt aus den gleichen Gründen auch das Spekulieren eines Kostolany nicht durch einen gelehrten, aber gerade deswegen oberflächlichen Blick in die Vergangenheit. Eines der großen Rätsel dieses Universums wird für mich immer die Frage bleiben, wie Leute, die vorgeblich Amateure oder gar Neulinge an den Finanzmärkten sind, nach dem Lesen eines oder gar dieses Buches der Meinung sein können, sie hätten nun verstanden, wie die Börse läuft.
Kostolany hat sich selbst stolz den Titel Spekulant verliehen. Und die Spekulanten sind die Guten, die wahren Künstler eben. Neben ihnen gibt es in seiner etwas vereinfachten Börsenwelt noch die Fondmanager und die Spieler. Fondmanager sind seiner Meinung nach die ewigen Verlierer, weil sie so selten die Indizes schlagen. Die Spieler hingegen sind die Bösewichte an der Börse. Sie haben keine Ahnung vom richtigen Spekulieren und handeln nach Techniken, die Kostolany für schrecklichen Unsinn hält. Nun arbeiten aber die wenigen Menschen, die dauerhaft Gewinn an den Finanzmärkten machen, heute fast ausschließlich mit solchen Techniken. Diesen kleinen Irrtum kann man ihm aber nicht ernsthaft vorwerfen. Das war einfach nicht mehr seine Zeit, und er hat diese Techniken, die weit weg von irgendeiner primitiven Chartanalyse angesiedelt sind, auch nie wirklich verstanden oder verstehen wollen. Im Gegensatz zu diesen erfolgreichen Leuten, die meist nur Insidern bekannt sind und aus gutem Grund die Öffentlichkeit scheuen, gibt es in unserer Zeit nur noch einige wenige ernsthafte Spekulanten vom Kostolany-Typ. Sie versuchen zu erkennen, was die ökonomische Zukunft bringen wird und positionieren sich vorher entsprechend. Sie handeln auf lange Sicht und brauchen, wenn sie davon leben wollen, viel Geld. Ansonsten müssen sie Vorträge halten und Bücher schreiben. Dem Leser dieses Buches wird nach seiner Lektüre das Spekulieren kaum dauerhaft gelingen, denn Kostolany hat seine Kunst nicht dadurch gelernt, daß er das Buch eines anderen Spekulanten gelesen hat, sondern durch eine harte Ausbildung und zahlreiche Erfahrungen in seinem langen Leben. Schließlich war er wie jeder tolle Spekulant wenigstens zweimal pleite. Viel Spaß also beim Spekulieren lieber Leser. Und beachten Sie Kostos Gebote Nummer 2 und 4: Genügend Geld haben, um nicht unter Druck zu kommen und hart und zäh bleiben, wenn man überzeugt ist. Besonders Gebot 4 führt in der Regel schneller in die erste Pleite als man denkt. Und dann Gebot Nummer 3 verinnerlichen: Geduld haben, denn erstens kommt alles immer anders und zweitens anders, als man denkt. Schließlich zum Trost auch noch Gebot Nummer 5: Elastisch sein und immer damit rechnen, daß in der Vorstellung ein Irrtum vorlag. Na, wenn das nichts ist .
Meinung von Die Kunst über Geld nachzudenken
Einstufung:
Als Literaturagent von André Kostolany bin ich natürlich befangen. Daß “Die Kunst über Geld nachzudenken” auch “Die Kunst über Börse zu schreiben” darstellen würde, war allen mit dem Buch Befassten vorher klar. Wie brillant der Meister dieses Werk allerdings vollführte, das beeindruckt mich zutiefst, zumal er schon während der Arbeit sehr krank war. Kostolany hat – gerade mit seinem letzten Buch – Maßstäbe gesetzt, die zu halten kaum zu schaffen sein wird. Denn er verbindet wie kein anderer das Wissen um die Börse mit dem Wissen um den Menschen. Wer auf die Börse setzt, ohne dieses Buch gelesen zu haben, ist selber schuld. Und wer sich das Vergnügen entgehen läßt, Kostolanys witzigen Gedankengängen zu folgen, erst recht. Ein großartiges Buch. Danke, Kosto.
Meinung von Edgar W. Die Kunst über Geld nachzudenken
Einstufung:
Natürlich folgen Aktien und Märkte hin und wieder auch der Logik, dennoch ist man am besten bedient wenn man nicht davon ausgeht. Kaufen auf ein Gerücht des steigenden Kurses hin und verkaufen wenn es sich materialisiert hat. Mit dem richtigen Riecher für die richtigen Trends kann man schnell reich werden und war er selbst zweimal pleite. Bescheidenheit ist eine Tugend, die man sich zu eigen machen sollte.
Warren Buffet hingegen zieht es vor nur dort zu investieren wo er sich auskennt. Auch ein Weg.
Kostolany ist auf jeden Fall lesenswert und vieles mag nutzbar sein, auch wenn sich manches nur im Kontext ergibt und sich nicht immer reprodizieren lässt. Seine Techniken sind auf jeden Fall genial. Und mit 93 Jahren ist er reich gestorben ohne sich zu stressen. Besonders letzteres zu lernen fällt schwer, zumindest wenn es das eigene Geld ist was man investiert.
Lesenswert, lesenswert und nochmal zum Mitschreiben: Sehr lesenswert!